Diam Korken sensorisch neutral ..
Wahrheit oder Werbelüge?

Diam Presskorken: die Hintergründe

Lesen Sie auf dieser Seite die Gründe, weshalb ich mich als Weinhändler so intensiv mit den Presskorken der Firma Diam Bouchage beschäftige:
 

Diam Bouchage
Hersteller von technischen Korken 

- ca. 10.000 Kunden* weltweit,
- über 2,2 Milliarden Korken jährlich, insgesamt geschätzt 15 - 18 Milliarden;
- seit 2003 Patent zur Reinigung von Kork mittels hochkritischem CO² (scCO²)


Diam Bouchage Garantie Nr.1:
„Sicherheit
: Dank eines exklusiven patentierten Verfahrens zur „Entaromatisierung“ von Kork, sind die Korken Diam und MytikDiam die einzigen Korkverschlüsse, die sensorisch neutral sind.“ *

Diam Bouchage Garantie Nr. 2:
„Homogenität
: Das Fertigungsverfahren verleiht allen Korken die selben physikalischen Eigenschaften.“ *

Diam Bouchage Garantie Nr. 3:
„Anpassungsfähigkeit
: Die Diam Korken werden so entwickelt, dass sie allen Ansprüchen im Hinblick auf die Entfaltung des Weins, die Ausdruckskraft der Rebsorte und die Lagerdauer genügen.“
*

*Zitate von der DIAM-Homepage  2016/17


Rolf Cordes, 56
selbständiger Weinhändler seit über 25 Jahren 

- staatlich gepr. Umweltschutztechniker
- bewusst Kontakt mit DIAM seit über 11 Jahren

Kritik I:
Diam Korken sind nicht sensorisch neutral, obwohl sie frei vom klassischen Korkfehler Verursacher TCA sind!
Mit dem patentierten Verfahren hat Diam Bouchage nach eigenen Angaben 156 Stoffe entfernt. Diese wurden aber mit einem Verfahren gemessen, welches ausschließlich Stoffe messen kann, welche als "geruchsaktiv" bekannt sind, wie TCA.

Vom Diam-Korken gehen ein oder mehrere Stoffe in Wein über, welche eine sensorische Veränderung im Bereich Geschmack und Tastsinn hervorrufen.
Jene können nicht mit dem von Diam Bouchage genutzten Verfahren gemessen werden.
Der UTB – untypischer Bitterton ist ein Erkennungsmerkmal, welches sich in bestimmten Bereichen im Mund / Rachen bemerkbar macht. Er wird in Folge auch als Fehlton bezeichnet!

Die von Diam Bouchage garantierte Sicherheit ist also nicht gegeben.

Kritik II: 
Homogenität ist gegeben, aber im negativen Sinn.
Nachdem das Fertigungsverfahren für alle Korken gleich ist, ist bei allen mit Diam verschlossenen Weinen die Veränderung des Geschmackes vorhanden. 

Kritik III: 
DIAM genügen nicht den Ansprüchen auf die Entfaltung des Wein und der Ausdruckskraft der Rebsorten. Denn die Weine verlieren nach wenigen Tagen an Aroma und der Geschmack wird gravierend beeinflusst. Die Weine wirken disharmonisch und unreif.

Belegt werden diese Kritikpunkte durch langjährige Erfahrung, diverse Versuche & dem Sensorik-Test 2015 und weitergehender systematischer Forschung.


Wie kann es zu solchen Verkaufszahlen kommen, wenn die Diam Presskorken sensorisch nicht neutral sind?

Werbung

Jeder weiß es, in der Werbung, egal ob in den Print & Onlinemedien oder auf der Firmenhomepage werden falsche Versprechungen gemacht oder Nachteile nicht genannt.

Warum trauen Winzer und Önologen aber trotzdem der Diam-Werbung?

Weil Diam den Produzenten Sicherheit vermitteln und zwar bei den Punkten, welche den Weinproduzenten seit Jahrzehnten zu schaffen machen: dem klassische Korkfehler durch TCA und dass die Weine auf Grund des Naturkork nicht gleich schmecken (Homogenität). Der günstige Preis wirkt sich natürlich auch positiv aus. Für die Winzer wurde ein Traum war: billig, alle Weine schmecken gleich, kein TCA, Korkoutfit ..!


 

Warum hat außer mir bisher keiner den Fehlton UTB bzw. die geschmackliche Beeinflussung durch Diam Presskorken entdeckt?

Meiner Meinung nach ist der Hauptgrund darin zusehen, dass diejenigen Produzenten, welche Versuche gemacht haben, nach den klassischen Anzeichen von TCA , also des Korkfehlers gesucht haben. Auch analytisch wurde Diam auf die bekannten Stoffe, wie eben 2,4,6 Trichloranisol und Co. geprüft.

Ein zweiter wesentlicher Punkt ist, dass in diversen Studien der SO² Abbau bzw. die Durchlässigkeit von O² des Diam-Korken geprüft wurde.

Wer den Fokus auf auf diese zwei Punkte ausrichtet, entdeckt die Veränderung im Geschmack und das Erkennungsmerkmal, UTB – untypischer Bitterton, nicht.
Ein Vergleich: Wer Cholesterin misst, wir nicht den erhöhten Harnsäurewert entdecken.

Ein dritter Punkt ist, dass der Mensch kein zuverlässiges Messgerät für Geschmacksveränderungen ist. Die Kenntnisse der Verkoster und die bisher angewandten Verkostungstechnik reichen für einen zuverlässigen Nachweis nicht aus.
Bei meinem 2015er Test, prüften die Verkoster nach der notwendigen Technik und Reihenfolge. Sie hatten ausreichend Kenntnis wo und wie sich die Beeinflussung durch Diam Presskorken bemerkbar macht.

Davon abgesehen, gibt es Winzer, Verkoster und Weintrinker die meine Entdeckung bestätigen.

 

Kernfrage: Warum tue ich das?

Weder Winzer, Händler, noch Verbraucher bringen die geschmackliche Veränderung mit dem Weinverschluss in Verbindung. Fast jeder von ihnen weiß, dass bei Korkfehlern meist nur Einzelflaschen betroffen sind. Das ist bei der Beeinträchtigung durch Diam Presskorken anders, da sind alle Flaschen gleichermaßen betroffen.
Das heißt, wenn ein Kunde, aber auch ein Winzer oder Händler, eine zweite Flasche öffnet und jene identisch schmeckt, ist der Weinen eben so. In dem Fall ist der Winzer für den Geschmack des Weines verantwortlich. Der Winzer begründet es mit dem Boden, Klima, Jahrgang.
Die Disharmonie wird häufig damit erklärt, dass der Wein zu jung sei.
Die Schlussfolgerung ist, dass jener Wein großes Potential hat und noch reifen muss.

Das Ansehen des Winzers kann anhaltend geschädigt und der Umsatz kann zurückgehen, wenn der Kunde  bemerkt, dass der Wein durch die Lagerung nicht harmonischer wird. Ein Händler ist gleichermaßen betroffen. Weintrinker sind auch betroffen, sie zahlen für Weine, welche durch einen Verschluss beeinträchtigt wurden, zuviel Geld.

Eine weitere Gefahr sehe ich darin, dass auf Grund der Unkenntnis und der Häufigkeit der Veränderung, sie nicht als vom DIAM verursacht wahrgenommen wird und der Diam Korken sich noch weiter verbreitet. Somit kann das  Ansehen der gesamten Weinbranche leiden. Bei Verkaufszahlen von bisher über 2 Milliarden Korken im Jahr und über 10.000 Kunden ist die Sorge nicht unberechtigt.

Der Gesetzgeber hat aus diesem Grund Regeln zum Schutze der Verbraucher geschaffen. Zusammengefasst und nachzulesen unter → Rechtliche-Sicht

 

Das heißt, ich kämpfe für Winzer, Weinhändler und Verbraucher.
Aber etwas Egoismus ist auch dabei, ich will wieder mehr Spaß an Weinen haben und in meiner Tätigkeit als Weinhändler nicht mehr eingeschränkt sein.


 


 

Fragen & Antworten zum Diam Test 2015

Es gab Fragen zu der Versuchsreihe. Hier finden Sie die Antworten.

1. Handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit?

Für eine wissenschaftlichen Arbeit gibt es klare Vorgaben, an der Form und dem Inhalt siehe "Formale Vorgaben" . Da ich die Versuchsreihe nicht im Rahmen eines Studiums durchführte und ich auch gar nicht den Eindruck erwecken will, dass es sich um eine wissenschaftliche Arbeit, im obengenannten Sinne, handelt, musste ich mich nicht an die Vorgaben halten.

Es ist wichtig, dass sowohl Winzer, Önologen, Weinhändler, als auch normale Weintrinker die Vorgeschichte, die Zusammenhänge, den Fehlton und die Versuchsreihe anhand der Dokumentation verstehen und nachvollziehen können.

Grundsätzlich, Wissen kann man nicht nur als promovierter Wissenschaftler bzw. Student an einer Universität schaffen!


 

2. Warum wurde das Problem nicht analytisch geklärt, sondern sensorisch?

Vorab,  Analytik & Sensorik sind zwei unabhängige und gleichwertige Prüfverfahren!

Analytische Suche 

Sie ist sinnvoll bzw. notwendig, wenn man den verursachenden Stoff identifizieren will, um ihn anschließend zu entfernen. Diese Suche nach einem völlig unbekannten Stoff, welcher eine bestimmte Wirkung hat, kann 2 - 3 Jahre dauern .... man denke an TCA (Korkfehler). Es entspräche einer Doktorarbeit. 

Trotzdem machten wir uns an die Arbeit! Wir fanden über 40 Stoffe im Diam, welche im Naturkork wenn überhaupt, nur in geringerem Maße vorkommen. 

Bei der sensorischen Prüfung ist der Verursacher an sich unwichtig, was zählt ist die organoleptische (geschmackliche, geruchliche, farbliche) Auswirkung auf den Wein.
Auch beim Korkfehler war bis zum analytischen Nachweis der Name des Stoffes,
2,4,6 Trichloranisol unbekannt, aber trotzdem war er sensorisch nachweisbar.  

Die Versuchsreihe war also der erste Schritt. Jetzt folgt der Zweite: die analytische Suche nach dem Verursacher durch die Industrie (welche natürlich ein Institut wie Geisenheim, AWRI-Australien ... beauftragen wird). 

Ohne eine sensorische Feststellung würde es diese analytische Suche nicht geben! Denn man wüsste ja gar nicht, dass eine Beeinflussung durch den DIAM stattfindet.


 

3. Wodurch wurde gewährleistet, dass die Proben einheitlich waren?

Es wurden ausschließlich identische fabrikneue Flaschen, Glasgefäße und Verschlüsse für die mit und ohne DIAM Weine verwandt. Zur Um- und Abfüllung wurden identische Geräte benutzt. Nach dem Um- und Abfüllen wurden die Weine mit Argon begast, um eine Oxidation zu verhindern. Es wurden jene Faktoren, welche den Geschmack verfälschen könnten vermieden.
Der Transport, Verkostungsort, Verkostungsgläser und die Temperatur waren nicht vorgegeben bzw. nicht vereinheitlicht. Es war das Ziel, so realitätsnah wie möglich verkosten zu lassen. Denn wenn ein Fehlton / eine Veränderung vorhanden ist, muss jener nicht nur im Labor und bei exakt gleiche Temperatur, gleichem Zeitpunkt wahrnehmbar sein, sondern immer.

 

4.  Gibt es keine Studien zum Diam-Fehlton?
Warum hat bisher keiner den Fehlton erkannt?

Es gibt keine veröffentlichten Studien zum Fehlton, und bisher hat auch niemand eine vom DIAM verursachte Veränderung zum Thema gemacht. Jenes wurde selbstverständlich vor der Versuchsreihe geprüft. Es ist durchaus möglich, dass ein Institut im Rahmen einer Auftragsarbeit für DIAM Bouchage diesen Fehlton / diese Veränderung entdeckt hat. In diesem Fall ist es dem Institut meist nicht erlaubt, dieses publik zu machen. Die Industrie möchte als zahlender Kunden natürlich nicht negativ dargestellt werden. 

Warum ich? Ein paar Antworten habe ich schon in der Dokumentation genannt.
Immer ist irgendwann jemand der Erste gewesen. Es war für mich Logik. Weine aus unterschiedlichen Regionen, Rebsorten usw. wiesen die gleiche negative Beeinträchtigung auf. Bei der Suche nach der Gemeinsamkeit, gab es nur eines: den DIAM-Korken. 



 

Die Entwicklung ....


  Bei den Vorversuchen zur Sensorik-Versuchsreihe wurde mein in den Jahren gewachsener Verdacht subjektiv bestätigt.  

 

Mit dem Sensorik-Test galt es festzustellen, ob diese Feststellung von 2 Personen (mir und meiner Frau) Allgemeingültigkeit erlangt.

Da ich unabhängig von der Industrie / Instituten bin und ich mir der Auswirkung eines nicht neutralen Verschlusses bewusst bin, musste ich aktiv werden.

 


5. Nach welchen Kriterien wurden die Prüfer ausgewählt?

Nach dem ich der Meinung war, dass jeder Mensch UTB erkennen kann, habe ich ganz bewusst Personen aus unterschiedlichen Bereichen um Ihre Mithilfe gebeten.

Es waren neben einem Weinkontrolleur, Fachleute aus dem Bereich Qualitätsprüfung und Analytik, DLG & LWK Prüfer (Winzer), ein Önologe, Weinhändler, ein erfahrener Weinjournalist, sowie Endverbraucher an der sensorischen Prüfung beteiligt.


 

6.  Wie war die Prüfung selber gestaltet (Methode)?

Allen Prüfern wurde schriftlich erläutert wie und wo sich der Fehlton UTB bemerkbar macht.
Sie wurden mehrfach darauf hingewiesen, dass sie auch etwas Wein schlucken müssen, da ansonsten einige wichtige Wahrnehmungsbereiche nicht benetzt werden.
Ihnen wurde der Unterschied zu den Empfindungen, welche von den sonst im Wein vorkommenden Gerbstoffen, Tanninen hervorgerufen werden, erläutert. 

Es wurde nicht bekannt gegeben, dass es sich je Set um zwei identische Weine handelt!


Verfahren: Es handelte sich um eine paarweise Unterschiedsprüfung.

 

  •  Für jeden Prüfer: 8 Probesets á 2 Flaschen je 100ml codiert A - H (9 inkl. Wasser R).
  • Jedes Set bestand aus zwei identischen Weinen Nr. 1 + 2
    (A1/A2 - H1/H2, Wasser R1/R2), jeweils 
    einmal mit und einmal ohne DIAM Kontakt.
  •  Es galt erst den einen, dann den anderen Wein zu verkosten.
  • Anschließend hatten die Prüfer bei dem Wein (1 oder 2) ein Kreuz zu setzen, den sie als bitterer empfanden, also dort wo der UTB - untypische Bitterton wahrnehmbar war.